Spielzüge

Blackjack Splitten: Wann sich das Teilen von Paaren wirklich auszahlt

Nicht jedes Paar am Blackjack-Tisch sollte geteilt werden, manche sogar ausdrücklich nicht. Dieser Beitrag zeigt, welche Kombinationen fast immer gesplittet werden, welche zusammenbleiben sollten und was beim Re-Split und beim Splitten von Assen zu beachten ist.


Schematische Darstellung der Blackjack Basisstrategie-Tabelle

Wie das Splitten von Paaren funktioniert

Zeigen die ersten beiden Karten denselben Wert, zum Beispiel zwei Achten oder zwei Damen, darf die Hand in zwei getrennte Hände aufgeteilt werden. Dafür ist ein zweiter Einsatz in Höhe des ursprünglichen Tischeinsatzes nötig, der neben den ersten gelegt wird. Jede der beiden neuen Hände erhält anschließend eine weitere Karte und wird danach völlig unabhängig von der anderen weitergespielt, mit eigenem Hit, Stand oder gegebenenfalls erneutem Split. Verliert eine Hand, kann die andere trotzdem gewinnen. Beide Ergebnisse werden getrennt abgerechnet. Nicht jedes Paar lohnt sich zum Teilen, und genau hier trennt sich korrektes Spiel von reinem Bauchgefühl.

Diese Paare werden fast immer geteilt: 8,8 und Ass,Ass

Zwei Paare gehören zum festen Repertoire jeder Basisstrategie-Tabelle: 8,8 und Ass,Ass. Eine Hand aus zwei Achten ergibt zusammen sechzehn Punkte, die schwächste mögliche harte Summe überhaupt. Als eine Hand weitergespielt verliert sie gegen fast jede Dealer-Upcard, aufgeteilt in zwei Hände mit jeweils einer Acht als Basis entstehen dagegen zwei Chancen auf ein deutlich besseres Ergebnis. Ass, Ass ist noch eindeutiger: Zwei einzelne Asse als Starthand für zwei neue Hände zu nutzen, verdoppelt die Aussicht auf einen starken Zehner-Ass-Blackjack oder zumindest eine hohe weiche Hand. Beide Paare werden gegen praktisch jede Dealerkarte geteilt, das gilt in den allermeisten Regelvarianten ohne Einschränkung.

Diese Paare bleiben zusammen: 10,10 und 5,5

Am anderen Ende stehen 10,10 und 5,5, die niemals geteilt werden sollten. Zwei Zehnerkarten ergeben zusammen zwanzig Punkte, eine der stärksten Starthände im gesamten Spiel. Sie aufzuteilen würde zwei Hände mit jeweils nur einer Zehn als Basis erzeugen, statistisch eine klare Verschlechterung gegenüber der bereits starken Ausgangslage. 5,5 wirkt auf den ersten Blick nach einem Kandidaten für den Split, tatsächlich ist es das Gegenteil. Zwei Fünfen ergeben zehn Punkte, eine der besten Zahlen für ein Verdoppeln des Einsatzes. Wer stattdessen splittet, tauscht eine starke Verdopplungssituation gegen zwei mittelmäßige Hände mit je einer Fünf als Basis. Die Entscheidung zwischen Splitten und Verdoppeln ist in solchen Fällen eng verknüpft, mehr dazu auf der Seite zum Verdoppeln beim Blackjack.

Re-Split: wie oft darf geteilt werden?

Wie oft ein Re-Split erlaubt ist, hängt vom jeweiligen Casino ab. In den meisten Häusern liegt die Grenze bei insgesamt drei bis vier Händen aus einer ursprünglichen Paar-Hand, manche Tische erlauben weniger. Kommt beim erneuten Aufdecken wieder eine passende Karte, etwa eine dritte Acht nach einem Split von 8,8, darf in der Regel erneut geteilt werden, bis das Limit des Tisches erreicht ist. Diese Grenze steht meist direkt auf dem Tischschild oder wird auf Nachfrage vom Dealer erklärt.

Nicht jeder Tisch erlaubt Double After Split, also das Verdoppeln einer aus dem Split entstandenen Hand. Vor dem Setzen lohnt ein kurzer Blick auf die Tischregeln.

Die Sonderregeln beim Splitten von Assen

Das Splitten von Assen folgt eigenen Regeln, die sich von allen anderen Paaren unterscheiden. Nach dem Teilen von Ass, Ass erhält jede der beiden neuen Hände normalerweise nur genau eine weitere Karte, ein zusätzliches Hit ist an den meisten Tischen nicht erlaubt. Landet dabei eine Zehnerkarte auf einem der Asse, zählt das Ergebnis an vielen Tischen nicht als vollwertiger Blackjack mit der üblichen 3:2-Auszahlung, sondern lediglich als einundzwanzig Punkte mit regulärer 1:1-Auszahlung. Diese Feinheit unterscheidet sich von Casino zu Casino, gehört aber überall zu den Regeln, die vor dem ersten größeren Einsatz bekannt sein sollten. Wer die vollständige Übersicht aller Split-, Hit- und Stand-Entscheidungen sucht, findet sie geordnet in der Blackjack Tabelle.

Häufig gestellte Fragen

Fragen & Antworten

Kann ich nach einem Split noch verdoppeln?

Das hängt vom Casino ab. Viele Häuser erlauben Double After Split, manche schließen es aus, ein Blick auf die Tischregeln schafft Klarheit.

Was passiert, wenn ich nach einem Split wieder ein passendes Paar bekomme?

An den meisten Tischen darf erneut gesplittet werden, bis die Höchstzahl an Händen für den Tisch erreicht ist.

Zählt ein Ass plus Zehn nach einem Ass-Split als Blackjack?

An den meisten Tischen nicht, das Ergebnis zählt als einundzwanzig Punkte mit normaler 1:1-Auszahlung statt 3:2.

Muss ich für den Split genauso viel setzen wie für die Haupthand?

Ja, der zusätzliche Einsatz entspricht exakt dem ursprünglichen Tischeinsatz.

Sollte ich 4,4 splitten?

In der Basisstrategie meist nicht, außer der Tisch erlaubt explizit Double After Split gegen bestimmte Dealerkarten.

Warum wird 5,5 nie gesplittet, obwohl es ein Paar ist?

Weil zehn Punkte eine der stärksten Verdopplungssituationen im Spiel sind, die ein Split zerstören würde.

Kann ich beim Splitten von Assen noch eine zweite Karte anfordern?

An den meisten Tischen nein, jede Ass-Hand erhält nur eine weitere Karte.

Gibt es einen Unterschied zwischen Splitten und Verdoppeln?

Ja, Splitten teilt ein Paar in zwei eigenständige Hände, Verdoppeln erhöht dagegen nur den Einsatz einer einzigen Hand für eine zusätzliche Karte.

Was, wenn nur eine der beiden gesplitteten Hände gewinnt?

Beide Hände werden unabhängig abgerechnet, ein Sieg der einen Hand hat keinen Einfluss auf das Ergebnis der anderen.

Ist Splitten bei jedem Paar erlaubt?

Grundsätzlich ja. Ob es sich strategisch lohnt, ist aber eine andere Frage als die reine Erlaubnis.